Das Regelwerk der Drohnen-Fliegerei: Einblicke & Durchblick für Anfänger und Profis

Es ist bereits viel geschrieben zu dem Thema Drohnen!  Und dennoch möchten wir versuchen in das immer vielfältiger werdende Thema ein wenig Ordnung und Klarheit zu bekommen.

Wer oder was sind Drohnen ?

Sorry, aber den Begriff „Drohne“ gibt es leider so nicht in der deutschen Rechtsprechung !

Was es aber in der Allgemeinen Luftfahrt gibt ist die Unterscheidung in bemannte und unbemannte Luftfahrzeuge, die gemeinsam Teilnehmer im Luftraum “über uns” sind.

Die Urväter dieser „unbemannten Luftfahrtzeuge“ sind die Modellflugzeuge.  Aus dem gesetzlichen Regelwerk für Modellflugzeuge heraus hat sich in Verbindung mit der technischen Entwicklung der letzten Jahre das facettenreich „MultiCopter“ Fliegen entwickelt – ein Sport- u. Freizeitvergnügen, das in der Regel nicht erlaubnispflichtig ist und fast überall von jedem ausgeübt werden darf.  Daher bezeichnen wir unbemannte Luftfahrzeuge, die frei (ohne Platzzwang) und zum Freizeitvergnügen geflogen werden als MultiCopter, wohlwissend, dass folgende Unterteilung präziser ist.

Der Betrieb unterscheidet bislang die Bezeichnung

Der Gesetzgeber differenziert zum einen in Flugmodelle und zum anderen in unbemannten Luftfahrtsysteme sogenannten UAS (unmanned Aircraft System). Der Staat unterscheidet diese zwei Begriffe anhand der Nutzung. Darüberhinaus unterscheidet die Rechtssprechung noch den Antrieb und das Gewicht. Luftfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren und über 25kg werden gesondert behandelt. Wir lassen diese Gruppe erstmal aussen vor.

Eine Drohne wird in dem Moment als UAS, also gewerblich, eingestuft, wenn damit z.B. Foto- u. Filmaufnahmen zwecks Vermarktung gemacht werden. Für UAS bedarf es grundsätzlich einer Aufstiegserlaubnis der jeweiligen Landes Luftfahrtbehörde und es sind weitreichende Regelungen zu beachten. Das gilt auch für flugzeugähnliche Geräte, sogenannte unbemannte Flächenflieger.

Alle privat genutzten Drohnen, werden als Flugmodelle bezeichnet, wenn sie leichter als 5kg inklusive der Last sind und eben nur mit Elektromotoren betrieben werden. Somit auch die Multicopter.

Wie werden Flugmodelle mit mehr als 5kg und mit Verbrennungsmotor behandelt ?

Die angesprochenen Urväter des Modellflugs üben Ihren faszinierenden Sport an speziell dafür genehmigten Fluggeländen aus, sind lokal begrenzt und fliegen nicht „frei“, wie es aktuell die überwiegende Zahl der MultiCopter tun.  An diesen überwiegend von Vereinen (z.B. DMFV) betriebenen Fluggeländen gelten genehmigte Ausnahmen hinsichtlich Gewicht (> 5kg), Antriebsart (Verbrennungsmotor) etc. Dies unterscheidet den Betrieb eindeutig von den “frei” fliegenden Multikoptern.

Welche Regelungen sind beim freien MultiCopter fliegen zu beachten ?

Der Gesetzgeber definiert im Paragraph 1 des Luftgesetzes:

Grundsätzlich ist die Benutzung des Luftraums frei, es sei denn es liegen Beschränkungen vor.

Und genau hier gibt es große Verunsicherung und einige gewichtige Details, die wir beachten sollten  – nein müssen, wie z.B. das Fliegen in der Nähe von Flughäfen, Krankenhäusern mit Helikopter Landeflächen, in Kontrollzonen von Flughäfen, Sperrgebieten etc.

Wir müssen anerkennen, dass in dem Augenblick in dem wir vom Erdboden aufsteigen, wir als Luftfahrzeug und Teilnehmer im Luftverkehr sind. Je nach Ort gibt es Beschränkungen, die eine sichere gemeinsame Nutzung der Luft über uns regelt. Auf diese Beschränkungen gehen wir in einem späteren Artikel ein.

Vorerst zurück zu den generellen Regelungen beim freien Fliegen mit MultiCoptern. Was muss beachtet werden:

  • Haftpflicht-Versicherung für den Multicopter: Es gibt spezielle Anbieter, die für Drohnen eine Versicherung anbieten z.B. kopter-profi.de
  • Einverständnis des Grundstückseigentümers oder bei öffentlichen Straßen und Plätzen von der Stadt/Ordnungsamt (Vorlage von myFLY.zone laden)
  • Persönlichkeits- sowie Datenschutzrechte Dritter berücksichtigen
  • Gesamtgewicht
  • Nur Elektor- bzw. Akkuantrieb
  • der MultiCopter ist stets in Sichtweite zu steuern
  • bemannten Luftfahrzeugen muss unbedingtes ausgewichen werden
  • von der Abgrenzung zu Flugpätzen und Landeflächen muss 1,5km Abstand eingehalten werden
  • generell: beim Betrieb von einem Flugmodell/MultiCopter darf bei der Nutzung des Luftraums keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgehen
  • Aktuelle Luftraumbeschränkungen, wenn vorhanden

Wo finde ich weitere Quellen für Luftraum Beschränkungen ?

Beim eigentlichen Fliegen steuern wir unser Luftfahrzeug als Teilnehmer im Luftverkehr und sollten wissen, was dort in diesem untersten Luftraum an Regelungen gilt, damit möglichen Gefahrenpotentialen vorgebeugt werden kann. Die ICAO Fliegerkarte aus der Allgemeinen-Luftfahrt ist die passenden Quelle und zeigt, wo eingeschränkte Lufträume bzw. verbotene Lufträume gelten. Zusätzlich erhält man bei der DFS sogenannte NOTAMs, aktuelle Einschränkungen in der Form einer interaktiven Karte.

Im Umfeld von Landeflächen und Flugpätzen darf nur im Abstand von 1,5km vom Zaun mit MultiCoptern geflogen werden. Diese Regelung wurde getroffen im Zusammenhang mit Helikoptern und Flugzeugen im Landeanflug. Kurz vor der Landung fliegen diese (z.B: ADAC Rettungshubschrauber) in derselben Höhe mit unserem MultiCoptern – doch zu erkennen sind wir im Grunde nicht! Am besten sind die Landeflächen ebenfalls in der ICAO Karte zu finden.

Welche Gesetze werden Zukunft für Drohnen und deren Piloten kommen?

Da die Flugregeln vornehmlich für die bemannte Luftfahrt entwickelt wurden und das aktuelle MultiCopter Fliegen noch nicht berücksichtigt wurde, ist der Gesetzgeber ständig bemüht, dieser neuen Entwicklung gerecht zu werden. Wir werden also zukünftig noch genauerer Regelungen haben, damit unser ferngesteuerte Fliegerei besser in die Allgemeine-Luftfahrt integriert wird.  Aktuell wird geplant, dass Fliegen über bewohnten Gebieten (Stadt) einzuschränken. Auch wird es eine Kennzeichnung geben werden sowie eine Art Führerschein/Lizenz als sogenannter Befähigungsnachweis zum Steuern von Flugmodellen und UAS.

Weitere Details zu Beschränkungen im Luftraum werden wir in den nächsten Artikeln beschreiben.

By | 2016-10-19T23:50:26+00:00 22.02.16|Bodenpiloten|Kommentare deaktiviert für Das Regelwerk der Drohnen-Fliegerei: Einblicke & Durchblick für Anfänger und Profis

About the Author:

Michael Wieland ist Privatpilot und Gründer der COPTERview airDATA UG, die das Portal myFLY.zone betreibt.