DFS übernimmt “Zündschlüssel”, die SIM Karte für die Drohne

  • COPTERview airDATA, DFS Technologiekonferenz

Die DFS will zukünftig mit Mobilfunktechnologie Drohnen registrieren, erkennen und sogar steuern. Im Rahmen der Technologiekonferenz Drone Challenge wurde verkündet, dass in einem Projekt die technischen Herausforderungen dazu evaluiert werden sollen. COPTERview zeigt schon seit 2 Jahren auf, wie mit der SIM Karte als Schlüssel und Mobilfunk als Medium, im untersten Luftraum mit Drohnen kommuniziert werden kann. Wir haben mit dem “Zündschlüssel für Drohnen” gezeigt, dass kleine Startups selbst bei großen Themen und mit begrenzten finanziellen Mitteln Vorreiter sein können.

Die SIM Karte als “Zündschlüssel” für Drohnen

Das Konzept ist so simpel wie genial. Um eine Drohne direkt nach dem Kauf zu registrieren bedarf es einem etablierten Prozess. Die Vergangenheit zeigte, dass Behörden keine Vorzeigebeispiele für solche Abläufe sind. Deshalb hat sich COPTERview Gedanken gemacht, wie schon beim Verkauf eine Registrierung durchgeführt werden kann.

Der SIM Karten Kaufprozess eignet sich dafür ideal. Der Käufer wird mit seinen Personalausweis Daten registriert, diese werden in einem sicheren Prozess innerhalb von Minuten gespeichert und mit einer SIM Karte unzertrennlich verbunden. Millionenfach bewährt, günstig, schnell und in jedem Laden umsetzbar könnte dieser Prozess auch für eine spezielle Drohnen-SIM Karte verwendet werden. Wenn diese SIM Karten in eine Drohne eingesetzt wird, kann durch ein Mini Handy Modul vor dem Flug festgestellt werden, ob gegen den registrierten Benutzer ein Verfahren anliegt, dass ihm die Nutzung einer Drohne verbietet.  Gleichzeitig stellt man sicher, dass Jugendliche nur mit Wissen der Eltern eine Drohne betreiben, da SIM Karten nur an volljährige Bürgen abgegeben werden. Durch das Telekommunikationsgesetz ist eine extrem hoher Persönlichkeitsschutz gewahrt.Es wäre durch den einfachen Prozess sogar möglich, Personengruppen von der Nutzung von Drohnen auszugrenzen. So könnte man allen ohne gültigen EU Pass den Zugang zu den SIM Karten verwehren.

Die Idee hat noch einen tieferen Gedanken, den Drohnen Führerschein. Besitzt der Betreiber keinen Führerschein oder ist die Lizenz nicht erneuert worden, kann über die SIM Karte der Betrieb einer Drohne schlicht verhindert werden. Zusammen mit der APP myFLY.zone stellt COPTERview damit ein weitreichendes Sicherheitskonzept zur Verfügung, obwohl der Gesetzgeber dies so noch nicht fordert.

Registrierung liefert wertvolle statistische Daten und hilft beim Auffinden des Halters

Der Vorteil der Registrierung wird oft damit begründet, dass bei einem Unfall die Drohne mit einem Halter in Verbindung gebracht werden kann. Unter Experten wird dieser Fall allerdings belächelt. Es wird vermutet, dass weit mehr Drohnen durch diverse Gründe Verloren werden, als dass sie in Unfälle oder Ordnungswidrigkeiten verbunden sind. Beim Auffinden einer Drohne mit SIM Karte wäre es viel einfacher den Halter ausfindig zu machen. Zudem hätte der Staat und die Flugsicherung endlich verlässliche Daten, wie viele Drohnen in Deutschland fliegen. Die Zahl von 400.000 wird angezweifelt aber ohne eine Registrierung hat man eben keine Gewissheit.

Das BMVI befürwortet den Zündschlüssel für Drohnen

Zündschlüssel: Drohnen mit SIM Karte registrieren

Zündschlüssel für Drohnen von COPTERview ILA 2016

Das Konzept wurde von COPTERview und dem Verband UAV DACH e.V. im Juni 2016 im Rahmen der Internationalen Luftfahrtausstellung ILA gemeinsam im Rahmen einer Plakatkampagne des BMVi vorgestellt. Inzwischen ist das Konzept sogar noch verfeinert. Durch die SIM Karte soll der Drohne die Möglichkeit geben werden, auf Luftfahrtdaten zugreifen zu können. So wie der Pilot durch die APP myFLY.zone, Informationen zu Verbotszonen erhält, könnte sich so die Drohne selbst informieren.

Firmen wie DJI bauen seit 3 Jahren Sicherheitssysteme in ihre Systeme ein. Durch die SIM Karte könnten die Drohnen direkt vor jedem Start NOTAM (Luftfahrt Informationen)  bei der DFS abfragen. Ist an der aktuellen Positionen z.B. eine Verbotszone aufgrund eines Unfalls, eines Staatsbesuchs oder einer Sportveranstaltung eingerichtet, würde die Drohne nicht starten. Gerade für Rettungshubschrauber wäre dies eine großer Sicherheitsgewinn, da in diesen Zonen selbst bei Unwissenheit des Piloten keine Drohnen aufsteigen würden.

Die Idee Drohnen ab 250gr mit einem elektronischen Zündschlüssel zu versehen scheint so plausibel, dass nun auch die DFS diesen Weg verfolgt. Professor Scheurle, Präsident der DFS sieht laut einer Pressemeldung sogar die Möglichkeit, dadurch Mehrwertdienste durch die Flugsicherung anzubieten.

Professor Scheurle, Präsident DFS

Professor Scheurle, Präsident DFS

Auf der DFS Technologiekonferenz stellte Professor Scheurle im November 2016 dazu eine neue Kooperation der DFS vor, die in Zusammenarbeit mit dem Paketkopter der DHL, der RWTH Aachen und der Telekom, die Idee vorantreiben und in einem Projekt validieren soll.

Die Forschung geht auch bei COPTERview weiter

Der Forschung um den Mehrwert der SIM Karte in der Drohne wird voran getrieben. COPTERview hat inzwischen ein Konzept ausgearbeitet, wie Drohnen für die bemannte Luftfahrt sichtbar gemacht werden können. In Studien soll nun gezeigt werden, dass durch die pure Kenntnis wo und wie häufig sie auftauchen und vor allem in welchen Höhen sie betrieben werden, das Risiko durch die Drohnen minimiert werden kann. Für Drohnen die in einem Bereich fliegen wollen, der mit der bemannten Luftfahrt einhergeht, also über 100m, plant COPTERview einen Mechanismus der erlaubt, Drohnen einen Befehl zu senden. Man könnte so Herstellerunabhängig den Betrieb beeinflussen und bei Gefahr eine Sinken oder Ausweichen einleiten. COPTERview sucht für diese Studie weitere Projektgelder und Partner für die Umsetzung.

By | 2016-11-24T18:20:21+00:00 16.11.16|News|Kommentare deaktiviert für DFS übernimmt “Zündschlüssel”, die SIM Karte für die Drohne

About the Author:

Michael Wieland ist Privatpilot und Gründer der COPTERview airDATA UG, die das Portal myFLY.zone betreibt.