Fliegen mit Drohnen in der Kontrollzone

Weißt Du was bei Flügen in Kontrollzonen zu beachten ist. Nicht jeder Flug mit Deiner Drohne oder Deinem Flugmodell findet auf dem Land, weit weg von Flughäfen statt. Wer allerdings in der Nähe von Verkehrsflughäfen Fliegen möchte, muss einige Regeln halten. Wer diese kennt weiß, wie liberal die Verordnungen in Deutschland sind.

Kontrollzonen (CTR) an Verkehrsflughäfen

Jeder Verkehrsflughafen verfügt über eine Kontrollzone, die sich vom Bodenniveau bis 2.500 ft / 760 m erstreckt. Bei mit HX gekennzeichneter CTR liegt ein variabler Aktivitätsstatus vor. Diese Zonen dienen Airlinern sicher und mit erweiterten Schutzabständen kontrolliert aus hoher Höhe bis hin zum Flughafen zu sinken. Alle Flüge in Kontrollzonen bedürfen einer Flugverkehrskontroll-Freigabe vom jeweiligen Tower. Für die Allgemeine Luftfahrt ist Sprechfunkverkehr erforderlich, sowie den Anweisungen des Lotsen ist zu folgen.

Wer betreibt Kontrollzonen in Deutschland

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DFS
0
TTC
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Austro Control

Zusätzlich gibt es Kontrollzonen an militärischen Flughäfen, die mit dem Kürzel ETxx bezeichnet sind. Für diese Kontrollzonen gelten erweiterte Einschränkungen und die unten genannten Regeln können nicht angewendet werden.

Regeln für Flüge mit Drohnen und Flugmodelle in Kontrollzonen

In einer Kontrollzone ist entsprechend § 21 LuftVO das Fliegen erst nach einer Flugverkehrskontroll-Freigabe erlaubt. Unter nachstehenden Voraussetzungen und entgegen § 21 LuftVO gilt eine allgemeine Flugverkehrskontroll-Freigabe erteilt:

Flugmodell UAV
Max. Höhe 30m 50m
Abstand von
Flugplatzbegrezungen
1,5km 1,5km

Folgende Auflagen sind auch in Kontrollzonen zu berücksichtigen:

  • Die Steuerung des Fluggerätes erfolgt in Sichtweite
  • Der Steuerer beobachtet ständige den sonstigen Flugverkehr
  • Bei nahem bemannten Luftverkehr muss die Flughöhe verringert werden
  • Nach einem Kontrollverlust/Absturz muss die Flugplatzkontrollstelle informiert werden
  • Bei Notfällen, Unfällen sowie Großschadensereignissen muss umgehend gelandet werden

Diese Regeln gelten für die bemannte Luftfahrt und sollten ebenfalls beachtet werden

Für Flüge in Kontrollzonen gelten Mindestsichtwetter-Bedingungen. Der Tower wird vor dem Aufstieg folgende Minima überprüfen:

  • Ist die Hauptwolkenuntergrenze über 1.500 ft / 460 m?
  • Besteht bei der gewählten Flughöhe Bodensicht von 5km?
  • Besteht jederzeit ein Wolkenabstand von 1,5km horizontal und 1000ft / 310m vertical

Allgemeine Regeln für Drohnenflüge bleiben bestehen

Auch für Flüge in Kontrollzonen gilt, dass die Regelungen zum Datenschutz, zur Erlaubnispflicht, zum Einverständnis vom Grundstückseigentümer/ Nutzungsberechtigten sowie zur Haftpflicht Versicherung eingehalten werden müssen. Bei nächtlichem Betrieb muss zusätzlich ein Ausstattung des Fluggerätes mit Beleuchtung analog zur bemannten Luftfahrzeugen zur Fluglagenerkennung vorhanden sein.

Die Regeln können in den Nachrichten für Luftfahrer NFL nachgelesen werden.

Anforderungen für Flüge oberhalb der allgemeinen Freigabe

Für Flüge die von den oben genannten Voraussetzungen und Auflagen abweichen, sind für Flugmodelle und UAS individuelle Flugverkehrskontroll-Freigaben bei der zuständigen Flugplatzkontrollstelle schriftlich zu beantragen. Vor dem Start empfehlen wir zusätzlich, durch einen Anruf beim Tower den Flug nochmals bekannt zu geben.

Weitere Regeln zum Fliegen mit Drohnen?

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By | 2016-10-19T23:50:26+00:00 02.05.16|Bodenpiloten|Kommentare deaktiviert für Fliegen mit Drohnen in der Kontrollzone

About the Author:

Michael Wieland ist Privatpilot und Gründer der COPTERview airDATA UG, die das Portal myFLY.zone betreibt.