Kenntnisnachweis für Drohnen Piloten – was wird verlangt?

  • Kenntnisnachweis Drohnen

Seit Anfang April ist klar, jeder Steuerer eines Flugmodells oder Multicopter / UAS muss einen Kenntnisnachweis mitführen, wenn das Luftfahrzeug über 2kg Abflugmasse hat. Doch gibt es bis heute keine einzige Stelle, die diesen Drohnen Führerschein anbieten darf. Zumindest ist aber bekannt, welche Fragen auf die Steuerer zukommen.

Wann benötige ich einen Kenntnisnachweis?

Grundsätzlich besagt die Luftverkehrs-Ordnung ( Luftverkehrsordnung Änderungen April 2017), dass jeder Steuerer eines unbemannten Luftfahrzeuges mit Abfluggewicht über 2kg einen Kenntnisnachweis mitführen muss (LuftVO §21d). Die Verpflichtung ist bis zum Oktober 2017 ausgesetzt, da noch keine Stelle eine entsprechende Prüfung anbieten kann. Ausnahmen gelten für Modellflieger. Diese können im Verein eine Einweisung erhalten, bzw. benötigen mit einer Flugleitung keinen Nachweis auf ihrem Fluggelände.

Wann wird unter 2kg einen Kenntnisnachweis notwendig?

Wer über verbotenen Gebieten fliegen möchte (LuftVO §21b), muss einen Antrag bei der Luftfahrtbehörde seines Landes stellen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass diese einen Antrag nur stattgeben, wenn eine Kenntnisnachweis geliefert wird. Unabhängig von dem Abfluggewicht wollen die Behörden, dass Grundkenntnisse der Luftfahrt bekannt sind, bevor in sensible Bereiche vorgedrungen wird. Somit müssen alle gewerblichen Piloten einen Kenntnisnachweis ablegen, auch wenn ihre Drohne unter 2kg wiegt.

Wie sieht die Prüfung zum Kenntnisnachweis aus?

Die Prüfung zum Kenntnisnachweis besteht aus einem Pool mit etwa 300 Fragen. Die Fragen beziehen sich auf die Bereiche:

  • Luftrecht
  • Meteorologie
  • Flugbetrieb
  • Navigation

Anerkannte Prüfungsstellen dürfen die Prüfung in speziellen Betriebsstätten durchführen. Aus dem Pool  aus Fragen werden ca. 50 Fragen im Multiple Choice Verfahren gestellt. Innerhalb einer begrenzten Zeit (ca 75min) müssen mindestens 75% der Fragen richtig beantwortet werden. Diese Angaben sind allerdings ein Mittelwert und können je Prüfer leicht variieren. So gibt es Prüfer die mehr Zeit für mehr Fragen planen oder weniger Fragen aber dafür einen höheren Anteil an richtigen Fragen fordern.

Wo finde ich anerkannte Prüfungsstellen?

Die anerkannten Stellen zur Prüfung des Kenntnisnachweis werden zur Zeit noch bearbeitet. Voraussichtlich im Juni 2017 wird das LBA eine Liste veröffentlichen, wer diese Prüfungen abnehmen darf. Bis dahin gibt es keine Möglichkeit den Kenntnisnachweis zu erlangen. Allerdings bieten einige Flugschulen schon Kurse an, die auf die Prüfung vorbereiten. Darin werden Verfahren und Hintergründe erklärt und letztlich auch der Pool aus Fragen zum Lernen zur Verfügung gestellt. Die Liste aller Anbieter werden wir auf myFLY.zone veröffentlichen.

Was erhalte ich als Kenntnisnachweis?

Nach bestandener Prüfung erhält jeder Teilnehmer einen Nachweis in Papierform. Was darin genau steht und wie das Dokument auszusehen hat, ist in der  NFL-2-347-17 definiert.

Was wird von mir zur Teilnahme an der Prüfung verlangt?

Zur Anmeldung an der Prüfung müssen die Personalien und Geburtsort/-datum zwingend und nach Datenschutzregeln gespeichert werden. Diese verbleiben jedoch bei der anerkannten Stelle und werden nicht einem zentralen Register oder dem LBA zugeführt. Evtl. kommt ein polizeiliches Führungszeugnis dazu, dazu gibt es jedoch noch keine klare Aussage.

 

By | 2017-06-01T15:32:18+00:00 31.05.17|News|1 Comment

About the Author:

Michael Wieland ist Privatpilot und Gründer der COPTERview airDATA UG, die das Portal myFLY.zone betreibt.

One Comment

  1. Experte Juni 14, 2017 at 5:42 pm

    Das Führungszeugnis ist lauft LuftVO Pflicht.

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