Neue Grundsätze für UAS: Jetzt Allgemeinerlaubnis bis 10kg möglich

Neue Regeln für professionelle UAS – NFL-1-786-16

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Die Gemeinsame Grundsätze des Bundes und der Länder für die Erteilung einer Allgemeinerlaubnis zum Aufstieg von unbemannten Luftfahrtsystemen gemäß § 20 Absatz 1 Nummer 7 Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO) wurden durch die Ausgabe einer NFL geändert. Die neue Regelung ist unter

NfL-I-786-16 veröffentlicht und tritt zum 20.07.2016 in Kraft.

Die NfL I-281/13 ist damit aufgehoben.

Änderungen für UAS Betreiber

Für Betreiber von UAS wird durch die neue Regelung der Betrieb größerer Drohnen deutlich einfacher. Dies wird die Industrie in Deutschland begrüßen, da nun eine Allgemeinerlaubnis für Drohnen bis 10kg erwirkt werden können.

Die NFL sagt im Detail:

Für den Aufstieg von unbemannten Luftfahrtsystemen ohne Verbrennungsmotor bis 10 kg Gesamtmasse kann eine allgemeine Erlaubnis erteilt werden, außer für den Betrieb über

  • einer Flughöhe von 100 Metern über Grund,
  • Menschensammlungen,
  • Unglücksorten, Katastrophengebieten und anderen Einsatzorten von Polizei oder anderen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS),
  • Justizvollzugsanstalten, militärischen Anlagen, Industrieanlagen, Kraftwerken und Anlagen der Energieerzeugung und -verteilung, soweit diese Stellen den Betrieb nicht ausdrücklich gestattet haben,
  • oder in Luftsperrgebieten und Gebieten mit Flugbeschränkungen (§ 17 LuftVO).

Welche Neuigkeiten birgt die neue Verordnung?

Die Änderungen wurden ohne Konsultation der Verbände durchgeführt und enthalten einige Verbesserungen, die sich nicht an den geplanten europäischen Regelungen orientieren, wie z.B.:

  • Allgemeinerlaubnisse jetzt bis max Abflugmasse (10kg)
  • Innerorts ist immer die Polizei/Ordnungsbehörde zu informieren
  • Anerkennung der Erlaubnis durch andere Bundesländer ist eine “Kann-Regelung”,
  • eine Regelung durch individuelle Allgemeinverfügung ist je Bundesland freigestellt
  • Flüge im Bereich von BOS-Einsätzen werden nach Abstimmung mit dem Einsatzleiter ermöglicht 
  • die Erteilung kann von einer Eignungsprüfung des Steuerers bzw. des Fluggerätes abhängig gemacht werden
  • Fliegen an Flugplätzen oder innerhalb von 1,5km zum Flugplatz ist nach Abstimmung mit der Luftaufsicht/Flugleitung möglich

Diese Vorgaben sind jedoch Vorlage gestaltet, die jedes Bundesland wieder ändern kann. Die Anwendung wird zeigen, inwieweit alle Regeln zur Geltung kommen.

Ein Satz in der Verordnung ist so gefasst, dass es im alltag zu Problemen kann. Mit UAS darf nicht

in den räumlich- gegenständlichen Bereich der privaten Lebensgestaltung Dritter eingedrungen werden

Der Anwohner wird diesen Bereich sicherlich weiter fassen, wie so mancher UAS Steuerer.

Welche Pflichten kommen auf Steuerer zu?

Neben der Pflicht ein Aufstiegs-Einverständnis zu erfragen (siehe unsere Vorlage Einverständniserklärung) wird der UAS Steuerer nun ein Logbuch führen müssen. Das Logbuch werden wir in unserer App myFLY.zone abbilden und von den Landesbehörden genehmigen lassen.

By | 2016-10-19T23:50:24+00:00 26.07.16|Bodenpiloten|1 Comment

About the Author:

Michael Wieland ist Privatpilot und Gründer der COPTERview airDATA UG, die das Portal myFLY.zone betreibt.

One Comment

  1. versicherungdrohne.de November 27, 2016 at 3:19 am

    Es ist laengst ueberfaellig, dass Quadropcopter Fliegerei mal richtig vernuenftig von den Behoerden reguliert werden in Deutschland.

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